Das Familienunternehmen Orthopädie-Schuhtechnik Schiering aus Meißen

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Orthopädie-Schuhtechnik Schiering

ist schon lange eine gute Adresse für Patienten mit Fußproblemen. Eine helle, freundliche Atmosphäre bestimmt den Laden, der zugleich eine Werkstatt ist. Die Kunden können so mit eigenen Augen sehen, dass ihre Schuhe hier noch Schritt für Schritt handwerklich hergestellt werden. Bei uns können Sie verfolgen, wie viel Mühe, aber auch wie viel Liebe in die Gesundheit Ihrer Füße gesteckt wird. Jedes Paar wird einzeln nach den Bedürfnissen unserer Kunden gefertigt - hier ist nichts von der Stange. Denn nur eine ganz genaue Passform kann bei Gehproblemen wirklich helfen. Doch auch Menschen mit leichten Fehlformen werden hier bestens versorgt. Verschiedene Einlagen oder Veränderungen an mitgebrachten Schuhen, wie Rollen und Absatzaufbauten, helfen gegen Schmerzen von den Füßen bis hinauf zur Wirbelsäule, erleichtern das Laufen und unterstützen das Gleichgewicht.

Gegründet wurde Orthopädie-Schuhtechnik Schiering in Großenhain von der Meisterin Petra Rolfsmeyer schon in zu Beginn der neunziger Jahre. Bald übernahm sie noch das Geschäft ihres Vaters in Meißen, wo heute der Hauptsitz ist.

Die fünf Mitarbeiter bilden eine lustige kleine Gemeinschaft, der man den Spaß an der Arbeit anmerkt. Auch an den Nachwuchs wird gedacht. Schon immer hat Frau Rolfsmeyer sich für Auszubildende engagiert. Sie hat an Berufs- und Meisterschulen unterrichtet, aber auch Lehrlinge im eigenen Betrieb ausgebildet.

Die Geschichte unseres Familienunternehmens

Auf einem alten Schwarz-Weiß-Foto mit abgeknickter Ecke sitzt eine Gruppe von Orthopädieschuhmacherlehrlingen. Im Hintergrund hängen Gardinen im typischen Siebziger-Look mit einem Muster aus großen Kreisen. Die Jungs tragen karierte Hemden und dünne Schnurrbärte. Mittendrin sitzt ein Mädchen mit schwarzen halblangen Haaren. Sie schaut mit großen fröhlichen Augen in die Kamera. Das Mädchen heißt Petra Schiering.

 

Damals, 1981, ist ein weiblicher Lehrling in dieser Männerdomäne noch ein echter Exot. Wer schlechter ist, als ein Mädel, könne den Beruf gleich an den Nagel hängen – so denken viele Meister. Die junge Petra macht es ihren männlichen Kollegen nicht leicht, mit ihr zu konkurrieren. Die Schuhmacherei ist für sie nämlich mehr als eine Arbeit, sie ist ihre Berufung. In der Werkstatt ihres Vaters hatte sie bereits als Kind ihren Puppen Schuhe genäht, sie liebt den Geruch des Leders.

Jede Generation hat von vorn angefangen.

Bereits im Jahre 1928 macht Großvater Gustav Schiering sich als Maßschuhmacher selbständig. Etwa 40 Kilometer vor Berlin kauft er in Luckenwalde ein Haus, in dem er ein großes Schuhgeschäft einrichtet. Doch die Folgen der Weltwirtschaftskrise zerstören seine Mühen. Um zu retten, was zu retten ist, nimmt er einen großen Kredit auf, 20.000 Reichsmark. Das entsprach einem Gesellenlohn für zehn Jahre. Das Geschäft kommt wieder auf die Beine, die Schulden stottert sein Sohn jedoch noch bis Mitte der Siebziger ab.

Im Dritten Reich übernimmt Gustavs Ehefrau Rosa die Leitung des Geschäfts. Während ihr Mann und  die Gesellen ihr Leben in einem sinnlosen Krieg aufs Spiel setzen, arbeiten jetzt polnische Zwangsarbeiter in der Werkstatt. Frau Rosa Schiering zahlt für die Arbeiter den damals üblichen Gesellenlohn. Doch den Gesellen  wird ihr Lohn nicht ausgezahlt. Er wandert direkt in die Kriegskasse. Heimlich versorgen die Schierings die Polen mit Lebensmitteln und Kleidung. Bis Ende der 70er Jahre halten die Schierings den Kontakt zu den polnischen Mitarbeitern.

 

Großvater Schiering fällt 1944 in Russland. Sein Sohn Joachim, gerade mal elf Jahre alt, wird zum Miternährer seiner Familie. Ganz selbstverständlich erlernt er den Beruf seines Vaters. Bald entdeckt er sein Interesse für ein neues Spezialgebiet, die Orthopädie. Die Zahl der Menschen mit Fußproblemen ist groß in dieser Zeit. Viele sind im Krieg verletzt, andere leiden unter Mangelernährung und schwersten Lebensbedingungen. Durch passendes Schuhwerk werden jedoch etliche Beschwerden gelindert. Menschen, die zuvor hilflos waren, können wieder gehen, können arbeiten und ihren Lebensunterhalt bestreiten. In den schweren Nachkriegsjahren sind gute Schuhe noch fast eine Frage des Überlebens.

 

1960 ist Joachim Schiering Orthopädieschuhmachermeister. Mit dem neuen Brief in der Tasche gründet er voller Elan mit Kollegen die erste PGH in Luckenwalde. 

Doch die Ergebnisse ernüchtern ihn rasch.  Unzufrieden mit der Motivation der Mitstreiter und genervt davon, dass alle Vorschläge stets zerredet werden, ist ihm bald klar, sein Weg ist die Selbständigkeit. Doch alle Versuche, ein eigenes Geschäft zu gründen, scheitern am Misstrauen der DDR-Behörden.

Endlich kommt ein Angebot aus Sachsen.

Für die Nachfolge des kürzlich verstorbenen Meißner Schuhmachermeisters Arnold wird 1968 dringend ein Nachfolger gesucht. Die Kollegen geben Joachim Schiering als Neffen Arnolds aus. Nur so kann er den Betrieb übernehmen. Aber Jahre der Ruhe setzen nicht ein. Mehrmals wird die Werkstatt komplett umgebaut und neuen Anforderungen angepasst.

 

Als Ausbilder von Petra Schiering ist er streng. Niemand soll ihm nachsagen können, er würde ihr den Weg erleichtern, nur weil sie seine Tochter ist. Aber er gewährt ihr die Freiheit, nach Feierabend ausgiebig zu experimentieren. Ihre Neugier und ihr Ehrgeiz kommen ihr rasch zugute. Im Wendejahr legt sie die Meisterprüfung ab. In der Familie ist klar, sie soll das Geschäft des Vaters übernehmen. Doch die Werkstatträume in der Dresdner Straße haben zwar Bestandsschutz, dürfen aber von einem neuen Eigentümer nicht genutzt werden. Passende Räumlichkeiten sind derzeit nicht zu finden und der für einen Neubau notwendige Kredit wird nur an Selbständige vergeben. Also eröffnet sie 1993 ihren ersten eigenen Laden in Großenhain. Parallel dazu werden alle Vorbereitungen für eine neue Werkstatt in Meißen in der August-Bebel-Straße 2 getroffen.

 

Seit  Februar 1997 gibt es nun die Orthopädie-Schuhtechnik Schiering in der Regie von Tochter Petra Rolfsmeyer.

 

 

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